Zwischen diesen beiden Fotos liegen fast 55 Jahre.
In den zurückliegenden 42 Jahren habe ich in Begleitung von vierbeinigen Freunden gelebt.
Da war zuerst "Tasso" der Bobtail-Rüde zusammen mit
"Bingo" dem Deutsche Dogge Rüden.
Es folgten "Belinda" eine Deutsche Dogge Hündin
"Farah" eine Rottweiler Hündin und Charly ein Boxer Rüde.
Warum erzähle ich das ?
Um zu veranschaulichen, dass ich kein Anfänger war als vor 6 Jahren "Odgzina von Gora" im Alter von 8 Wochen zu uns ins Haus kam.
Sie hat mir ziemlich schnell klar gemacht, dass ich meine ganze Erfahrung im Umgang mit den verschiedenen Hunderassen über Bord werfen konnte.
Ein Podhalaner oder Tatra
wie der Polski Owczarek Podhalanski, ein Hirtenhund (Herdenschutzhund), auch genannt wird, ist ganz anders und in der Erziehung musste ich gewaltig umdenken und ganz neue Wege gehen.
Mir war es wichtig, dass ich auch weiterhin in Begleitung meines vierbeinigen Freundes meine zweibeinigen Freunde besuchen und auch bei mir zuhause empfangen konnte, ich wollte weiterhin über Jahrmärkte und Flohmärkte schlendern, Campingurlaub machen und am Strand oder Wald spazieren gehen und auch in Restaurant´s oder Cafe´s sitzen können. Kurzum, sowohl im privaten wie auch im öffentlichen Bereichen mit meinem Hund auftreten können.
Wir haben es geschafft. Es war nicht einfach aber die Mühe und die Geduld haben sich gelohnt.
Heute habe ich eine Begleiterin an meiner Seite die unserer Familie treu ergeben, verschmust und verspielt ist, tolerant gegenüber Freunden, Mensch und Tier die auch von mir als sogenannter Rudelführer toleriert werden.
Fremden gegenüber ist sie Rassetypisch sehr misstrauisch und abweisend. Die betreffenden Personen und auch die Tiere tun gut daran, diese Abneigung zu akzeptieren, d. h. einen Abstand wahren und sie einfach in Ruhe lassen.
Gut sozialisierte andere Hunde erkennen meist diese dem Podhalaner angeborene Dominanz und verhalten sich richtig. Es gibt nur wenige Situationen im Umgang mit anderen Hunden in denen Odgzina angeleint werden muss.
Bei fremden Menschen ist es für mich dann schon etwas nervig oft erklären zu müssen, "Fassen sie meinen Hund bitte nicht an". Es gibt Zeitgenossen die glauben, ein weißer, wuschiger und friedlich aussehender Hund ist wie ein Teddybär der von jedem geknuddelt werden müsste. Das geht, so glaube ich, nur mit ganz, ganz wenigen Vertretern dieser Rasse.
Ohne besondere Ausbildung wird aus einem Podhalaner ganz von selbst ein guter Wachhund mit einer ausgeprägten Bereitschaft, sein Rudel und sein Revier, dass er durchaus mit auf Reisen nimmt, bedingungslos zu verteidigen. Wenn sich, aus Podhalanersicht ein Gegner, durch ausgeprägtes drohen und Scheinangriffen nicht vertreiben lässt dann erkennt dieser Gegenüber sehr schnell, dass die Drohgebärden und die Scheinangriffe kein Ausdruck von Feigheit war.
Bei der Entscheidung, sein Leben für die ca. nächsten 10 bis 14 Jahre mit einem Podhalaner zu teilen kann ich nur empfehlen, sich ernsthaft Gedanken zu machen und sich die Frage gewissenhaft beantworten, warum ein Podhalaner.
Ein Podhalaner ist ein großer, typischer Hirtenhund der sich aufgrund seiner hohen Reizschwelle und wenig Neigung zur Schärfe, trotz seiner Veranlagung zum Wachhund, auch sehr gut zum Familienhund eignet.
Obwohl der Podhalaner seinen Menschen treu ergeben ist, ordnet er sich nur schwer unter.
Diese Rasse ist ursprünlich gezüchtet worden um selbständig in freier Natur auf Schafherden aufzupassen und die Herde (sein Rudel) gegenüber Raubtieren zu verteidigen. Diese Hunde wurde einstmals selektiert auf die Fähigkeit zu selbständigen Handeln. Diese, aus meiner Sicht, hervorragende Eigenschaft blieben den Nachfahren bis auf die heutige Zeit erhalten.
Der Podhalaner zeigt keinen Kadavergehorsam, er denkt mit und möchte völlig selbständig, ohne jede Anweisung seinen Job machen.
An uns Podhalanerbesitzern liegt es nun, dem kleinen ach so süßem Welpen beizubringen, was denn spärter sein Job sein soll.
Bei einer richtigen, konsequenten Erziehung, ohne jeglichen Druck oder gar Strafen lernt der Podhalaner schnell, dauerhaft und er arbeitet gern aus Liebe zu seinem Menschen.
Der Podhalaner eignet sich neben Familien-und Wachhund, zum Therapiehund, Rettungshund, zum Schutzdienst und auch Hundesport ist mit ihnen möglich.
Ein guter und verantwortungsvoller Züchter dieser Rasse wird die entsprechenden Informationen und Hilfestellungen seinen Welpenkäufern geben und auch später, für evtl. Fragen zur Verfügung stehen.
Diesen Züchtern liegt das Wohlergehen ihrer Tiere auch nach der Abgabe an den neuen Menschen sehr am Herzen. Sie wünschen sich, dass es ihren Tieren gut geht und sie verantwortungsvoll und ihren Bedürfnissen entsprechend gehalten werden.